Archiv für Oktober 2009

PM vom 22.10.09

Stadt auf Konfrontationskurs

UmweltaktivistInnen besetzten im Mai 2009 das M1 Gelände und bepflanzten die im Vorjahr angelegten Beete neu, sodass die Idee eines Parks, statt eines Parkplatzes, wieder sichtbar wurde. Im Juli stieß „Kommando Rhino“ zu der Gruppe und es entstand ein neuer, selbstverwalteter Wagenplatz, auf dem momentan ca. 20 Menschen leben.
Durch einen täglichen Café-Betrieb und regelmäßige Kunst- und Kulturveranstaltungen ist das Gelände am Eingang der Vauban belebt und wird auch von BürgerInnen genutzt, die ihre Beteiligung an der Gestaltung von M1 gegenüber der Stadt fordern.

Gespräch mit der Stadtverwaltung
Die Stadt bekommt nun kalte Füße und geht von bisheriger Ignoranz in Drohhaltung über.

An einem von der Stadt initiierten Gespräch mit VertreterInnen der BesetzerInnen am 7. Oktober wurde schnell klar, dass die Stadtverwaltung keinerlei Interesse an den Bedürfnissen der Menschen hat.
Die Stadt war nicht dialogbereit und beharrte auf:
1. die angeblich schon stattgefundene Einbeziehung der
BürgerInnenbeteiligung an M1,
2. dem freiwilligen Abzug des Wagenkollektivs bis zum 15.12.09 und
3. ihrer Aussage keine weiteren Wagenplätze auf städtischen Gelände
entstehen zu lassen und forderten uns auf private Lösungen zu finden.

Wir haben kein Vertrauen in die Versprechungen der Stadt Privatlösungen zu akzeptieren. Diese Problematik vom Winter 2005 / 06 bei dem Kampf der WäglerInnengruppe „Schattenparker“ um Lebensraum, hat sich nicht verändert.
Des weiteren zeigen die polizeilichen Vorladungen, der Vorstände der Trägervereine der KTS und Schattenparker, wegen angeblicher Verstöße gegen das Versammlungsgesetz, dass linke Freiräume weiterhin massiv angegriffen werden. Die zeitweise Abschaltung der Internetseite der Autonomen Antifa Freiburg, wegen dem Aufruf zur Demonstration am 14.11.09 in Freiburg, ist ein Angriff auf unsere Meinungsfreiheit, die wir so nicht hinnehmen werden.

Die Stadt will ausschließlich sich und ihre Interesse auf dem M1 Gelände, ab Ende April 2010 für die in Shanghai stattfindene EXPO, „angemessen“ repräsentieren. Auch aus diesem Grund werden Forderungen von Menschen aus Vauban nach einer Coexistenz von Kommando Rhino auf M1 während der EXPO ignoriert.

Am 15.12.09 entscheidet der Gemeinderat über den Verkauf des M1 Geländes an die Stadtbau und die Zwischennutzung bis zum geplanten Baubeginn im Frühjahr 2011.
Der Scheinverkauf an die 100% Stadttochter Stadtbau GmbH ist keine Lösung. Das geplante Vorhaben der Stadt auf M1 hat rein wirtschaftliche Ziele und ignoriert die Bedürfnisse der Menschen vor Ort.

Wir lassen uns den Mund nicht verbieten und fordern die Stadt auf, sich mit im Wagen lebenden Menschen zu beschäftigen und in den Dialog über einen selbstverwalteten Wagenplatz mit dem Wagenkollektiv Kommando Rhino zu treten, anstatt weiter auf Eskalation zu setzen.
Des weiteren, die Angriffe auf die KTS, Schattenparker und Autonome Antifa sofort zu unterlassen.
Außerdem fordern wir die sofortige Einstellung der Verfahren gegen die Vorstände linker Projekte.

Denn wir werden uns nicht in Luft auflösen!

Für mehr selbstverwaltete Wagenplätze!
Kommt vorbei. Der Winter wird HEISS!

Kunst-, Kultur- und Wagenkollektiv Kommando Rhino

Aufruf zur Antifa-/Freiraumdemo am 14.11.09

If I can‘t dance, it’s not my rhinolution!

Für Samstag, den 14. November rufen wir zur Teilnahme an der Demo für Autonome Zentren und gegen Nazis auf. Wir werden weder den Angriffen der FaschistInnen noch den Bedrohungen durch VerwalterInnen und Exekutivorgane des Kapitalistischen Systems weichen.
Für mehr autonome Freiräume, den Nazis entgegentreten!

Demobeginn ist um 14Uhr am Schwabentor/Freiburg

Who we are

Kommando Rhino ist ein selbstverwaltetes Wagenburg-Projekt auf dem M1-Gelände in Freiburg Vauban, welches seit Mai 2009 gegen Gentrifizierung und Herrschaft besetzt wird. Wir sind ein WäglerInnenkollektiv von etwa 20 Menschen, das sich aus dem Kampf gegen die Bebauung des M1-Geländes mit einem sogenannten Green-Buisness-Center heraus entwickelt hat. Seit der Verhinderung des Großbauprojektes ist mit dem Wagenplatz Kommando-Rhino ein selbstverwalteter, antifaschistischer Freiraum entstanden. Hier wird unter Beteiligung aller Betroffenen an neuen Konzeptionen des Geländes gearbeitet sowie Subkultur, Kunst und Antikommerzielles Wohnen gefördert. Wir verstehen uns als Teil einer Bewegung für ökologische und soziale Perspektiven, gegen Kapitalismus und Rechts.

Gegen Nazis!

Nazis sind und bleiben ein Problem. Neben den regelmäßigen Großaufmärschen finden immer mehr Übergriffe und Bedrohungen durch Nazis statt. Selbst in Südbaden sind die Nazis, auch wenn zahlenmäßig unbedeutend, immer wieder als reale Gefahr zu verstehen. Die teilweise Terroristischen Pläne der Nazis konnten nur durch die Arbeit der lokalen Antifas verhindert werden. Die Politik verharmlost den aufgedeckten Bombenbau, Waffenfunde und den Anschlag auf die KTS. Wir solidarisieren uns ausdrücklich mit dem Autonomen Zentrum, dass die Basis für eine effektive antifaschistische Arbeit bietet.

Für Autonome Zentren!

An vielen Orten gibt es Autonome Zentren, als Orte der Zusammenkunft linksradikaler, utopistischer und revolutionärer Strömungen. Das AZ KTS in Freiburg bietet einen solchen Raum seit nunmehr 15 Jahren und ist aus der Stadt nicht mehr wegzudenken. Auch Wagenplätze sind Orte der Vernetzung und als kulturell einzigartig-vielfältige Projekte in gewisser Weise auch als Autonome Zentren zu verstehen. Der Kampf um befreite Räume, wo Faschismus, Sexismus, Antisemitismus, Rassismus und ähnlicher Schrott keinen Platz haben, ist auch unserer Kampf.
Die jüngsten Angriffe der Stadt auf die Vereinsstrukturen der Wagenburg Schattenparker und die der KTS sind als äußerst unvorsichtige Schritte zu begreifen. Weit auf’s Eis hinaus gehen diejenigen, die Erwarten, dass die Alternativen derartigen Angriffen nichts (mehr) entgegenzusetzen hätten. Die jüngste Besetzung für ein Libertäres Zentrum in der Kirchstraße, zahlreiche linke Demos, die Besetzung des M1 Geländes und die aktive Kritik an der unsozialen Wohnpolitik zeigen, dass es in Freiburg immer noch Widerstand gegen die Verwertungslogik des Kapitalismus gibt. Es gibt eins und da sind wir uns sicher: Der Kampf für selbstverwaltete Räume wird immer weiter gehen.

Auf die Straße gegen Staat und Nazis ? Autonome Räume erkämpfen und verteidigen!

Kommando Rhino

Radio Dreyeckland: „OB Salomon verweigert Verhandlungen mit den Bewohnern des M1 Platzes im Stadteil Vauban“

Dienstag, 13. Oktober 2009
RDL: „Die Stadtverwaltung will das Gelände Mitte Dezember räumen, damit Platz ist für OB Salomons Propagandaevents. Im Gespräch erläutern zwei Bewohner von M1 die Notwendigkeit, das Gelände anders zu nutzen als die Stadverwaltung plant und berichten von dem vielfältigen Kulturprogramm das sie auf dem Gelände organisieren.“

Hier anhören:
„OB Salomon verweigert Verhandlungen mit den Bewohnern des M1 Platzes im Stadteil Vauban“

PM der Anarchistischen Gruppe [:ag] Freiburg

Die Anarchistische Gruppe [:ag] Freiburg hat am 11. Oktober eine Pressemitteilung zur aktuellen Situation von Kommando Rhino veröffentlicht: Wagenburg statt Polizeiburg

Neue Pläne der Stadtverwaltung

Im Dezember soll der Gemeinderat beschließen, dass die Stadt M1 an die Stadtbau „verkauft“ – ein Scheinverkauf.
Die für die Bebauung vorgesehene „Bürgerbeteiligung“ ist ebenfalls eine Farce.

Pressemitteilung Stadt Freiburg:
„Vauban: Stadtbau soll „MI 1” übernehmen“ (08.10.2009)
Badische Zeitung:
„MI 1″ in Vauban wird verkauft
(09.10.2009)

Erfolgreicher Diskussionsabend

Die 9-Köpfige Band „Knattertones“ spielte ihr letztes Lied vor ca. 150 Leuten. Anschließend beteiligten sich rund 70 Menschen im Kieselgarten an der Diskussion nach einer weiteren, menschenfreundlichen Nutzung von M1.

Gegen 20 Uhr gab es Volxküche, danach wurde der Film „Empire St. Pauli“ vor rund 40 ZuschauerInnen gezeigt.