Archiv für Juli 2010

KUNST-, KULTUR- UND WAGENFEST vom 29.07- 31.07

1 Jahr Besetzung- 1 Jahr Kommando Rhino

Seit nun einem Jahr leben wir, das Kunst-, Kultur- und Wagenkollektiv „Kommando Rhino“,
auf dem Platz M1 in der Vauban. In diesem Jahr haben wir es geschafft, mit viel positivem Feedback und Rückhalt der Vaubanbewohner_innen, unser Projekt selbstverwaltet zu einem Portal für unkommerzielle Kunst und Kultur aufzubauen. Inzwischen ist das Kollektiv auf 30 Menschen angewachsen, dies zeigt das enorme Bedürfnis nach einem autonomen Wagenplatz.
Ein neues Gelände für unser Projekt ist immer noch nicht in Aussicht, die intensive Suche nach einem privaten Grundstück war bis jetzt, trotz Unterstützung der Stadt in Form von einem Empfehlungsschreiben, erfolglos. Nach wie vor stellt sich die Stadtverwaltung quer, mit uns über städtische Gelände zu verhandeln. Inzwischen drängt die Zeit, da der Termin des Baubeginns immer näher rückt, dieser ist auf Ende dieses Jahres angesetzt. Trotz der dringlichen Situation, zeigt die Stadtverwaltung keinerlei Motivation am weiteren Vorgehen. So gab es auf unsere Anfrage nach weiteren Gesprächen keine Rückmeldung seitens der Stadt.
Das zeigt uns die fehlende ernsthafte politische Auseinandersetzung mit alternativen Projekten wie unserem und das Leben im Wagen. Das Gegenteil scheint Wirklichkeit zu sein, denn in einem kapitalistischen System wie unserem wo Profit und Geldgier die Gesellschaft regieren, sollen wir keinen Platz haben.
Wir sind ein Teil dieser Stadt und dieser Gesellschaft und lassen uns nicht vertreiben, unser Kampf geht weiter.
Für ein weiteres Jahr Kunst-, Kultur- und Wagenleben.
Aus diesem Grund feiern wir vom 29.- 31.7. unser einjähriges Bestehen. Es wird ein vielfältiges Programm geben: Ausstellungen verschiedener Künstler_innen, Livemusik, Filme, Flohmarkt, OpenStage, Kinderprogramm u.v.m..
Wir laden alle herzlich ein und wollen die Möglichkeit bieten, sich ein Bild zu machen von einem selbstverwalteten Raum für Leben und Kultur und davon wie Kapitalismuskritik in praktischer Form positiv umgesetzt werden kann.

PROGRAMM
Donnerstag 29.07.2010

14:00 1 Jahr Rhino Dokumentation und Kunstausstellungen dazu Kaffee und Kuchen

18:00 Surprise Action-> Abendspaziergang+ Mobile VoKü+ Live Musik von Konny( Revolte Springen)

22:30 FILM: „Kommando Rhino“

23:00 FILM: „Was tun wenn´s brennt“

Freitag 30.07.2010

14:00
1 Jahr Rhino Dokumentation und Kunstausstellungen dazu Kaffee und Kuchen + Open Stage

18:00 Nikotin (Punk aus Freiburg)

19:30 Samsara (Ska, Balkan, Indypunk aus Ulm)

20:00 VoKü

21:00 Manana Me Chanto ( Ska, Rumba, Reggae aus Barcelona)

23:00 Mr.Salamander (Dj/ Balkan, Dub, Swing aus Freiburg)


Samstag 31.07.2010

14:00 1 Jahr Rhino Dokumentation und Kunstausstellungen dazu Kaffee und Kuchen+ Open Stage+ Flohmarkt+
Kinderprogramm

20:00 VoKü

20:30 Piss and Medicine ( Punk aus Freiburg- Berlin- Porto)

21:30 Sore Loosers (Punk aus Freiburg)

23:00 Sending all processes the kill signal ( Electrocrust gegen die Führer_innen der Seifenindustrie)

Nie wieder Deutschland!

Am Mittwochabend, den 07. Juli 2010, kam es zu erschreckenden Vorfällen vor dem besetzten Wagenplatz „Kommando Rhino“.

An diesem Abend spielte „Deutschland“ gegen „Spanien“. Als etwa eine Stunde vor Spielbeginn eine mit Deutschlandfans vollgequetschte Straßenbahn an der Haltestelle Paula-Moderson-Platz neben dem Wagenplatz hielt, kam es zu Provokationen Seitens der Fans. Mit lauten Sprechchören und Schlägen gegen die Innenseite der Staßenbahn wurde den Wagenbewohner_innen deutlich die Antisympathie ausgedrückt. Als Menschen an der Haltestelle darauf reagierten und den in der Bahn pöbelnden Deutschlandfans eine Fahne entwendeten, war dies wohl Grund genug für etwa 50 Menschen an der nächsten Haltestelle auszusteigen.

Dieser Mob setzte sich Richtung Wagenplatz in Bewegung, mit dem Ziel Menschen zu verletzen und den „Dieb“ der Flagge zu verprügeln. Als diese Masse, überwiegend stark alkoholisierter junger Männer, an dem Wagenplatz ankam entlud sich der Zorn des Mobs in Form von Faustschlägen in Gesichter, Flaschen- und Steinwürfen, sowie homophoben und nationalistischen Sprechchören. Dies betraf insbesondere die Menschen, die versucht haben, die Situation zu beruhigen.

Durch das rasche Zusammenkommen von Sympathisant_innen konnte eine weitere Eskalation verhindert werden. Wenige Minuten später traf die Polizei am Wagenplatz ein, was dazu führte, dass einige Deutschlandfans wegliefen und der Rest sich vom Eingang des Wagenplatzes entfernte.

Durch das deeskalative, aber entschlossene Vorgehen der Wagenbewohner_innen wurde an diesem Abend eine größere Auseinandersetzung verhindert.

Dieser Vorfall war nicht die erste während der Fußball-WM der Männer. Vor den vergangenen Spielen kam es immer wieder zu Pöbeleien und Gewaltandrohungen von Deutschlandfans. Nach dem letzten Deutschlandspiel am 1. Juli 2010 gab es Vorfälle am besetzten Haus in der Gartenstraße 19. Auch dort beleidigten Deutschlandsfans anwesende Menschen und bedrohten diese.

Wir werden diese Zustände nicht weiter akzeptieren und uns in Zukunft gegen nationalistische und gewalttätige Übergriffe zur Wehr setzen.

Nationalismus bekämpfen: hier und überall!
Nie wieder Deutschland!