Solibekundung der Reitschule Bern

Kommando Rhino bleibt – Solidaritätsbekundung der Reitschule Bern

Mit Freuden erfuhren einige von uns 2009 von der Besetzung des M1-Geländes in Freiburg. Einerseits weil Wagenplätze wichtig sind um bereits im Hier undJetzt ein Wohnen abseits von Mietdiktat und sozialer Vereinzelung zu ermöglichen, andererseits weil der Name und dessen Bezug zum 2007 geräumten Rhino in Genf ein schönes Zeichen antinationaler Solidarität ist.

Nun teilt ihr uns mit, dass ihr akut Räumungsbedroht seit; eine Nachricht, welche uns mit Wut und Trauer erfüllt, nicht jedoch mit Verwunderung. In Zeiten des weltumspannenden Kapitalismus versuchen sich Städte mit Stadtteilaufwertung im Standortwettbewerb zu behaupten und alternative Lebensformen sind nunmal weder besonders lukrativ noch passen sie ins Bild einer Postkartenvorzeigestadt. Somit müssen Wagenplätze und besetzte Häuser stetig befürchten irgendwelchen profitorientierten Überbauungen weichen zu müssen, genau wie sogenannt „Randständige“ dauernd Gefahr laufen aus den Innenstädten weggewiesen zu werden. Die wenigen Oasen im Meer kapitalistischer Städteaufwertung hingegen, denen es gelang sich zu etablieren, müssen befürchten, durch Institutionalisierung und von aussen aufgedrängte Probleme zugrunde zu gehen oder zu Zoos für alternative Gesellschaftsformen zu verkommen. Doch wenn wir eines nicht sind und niemals sein wollen, dann ist dies bequem. Nichts weniger streben wir an, als eine fundamentale Veränderung der Gesellschaft, weg von Konkurrenzdenken und Nationalismus, hin zu Freiheit, Solidarität und Selbstverwaltung.

Um für diese Ziele zu kämpfen und bereits im Hier und Jetzt Alternativen aufzubauen und zu leben, sind wir gerne und mit Überzeugung Dornen im Fleisch“unserer“ selbstgefälligen Städte und deren Regierungen. Denn Freiräume werden nicht erbettelt sondern erkämpft. In diesem Sinne:

Die herrschenden Verhältnisse auf die Hörner nehmen! Finger weg von
Wagenplätzen und besetzten Häusern, ob in Freiburg oder sonstwo!

Yuppiesierung einstampfen!

Solidarische Grüsse Reitschule Bern