und noch eine…

Die autonome Sport- & Bastelgruppe hat auch eine Solierklärung geschrieben, die wir euch nicht vorenthalten wollen:

We love Rhino and we´ll fight for it!We love Rhino and we´ll fight for it!

Solidarität mit dem räumungsbedrohten Kunst-, Kultur- und Wagenkollektiv Kommando Rhino
Angesichts der angedrohten Räumung (Ende Juli 2011) von Kommando Rhino im Freiburger Stadtteil Vauban möchte auch die ASB nicht schweigen. Wir werden für Rhino kämpfen, das ist sicher. An dieser Stelle möchten wir erklären, warum.

Innerhalb der durchkapitalisierten gesellschaftlichen Verhältnisse, in denen wir alle gezwungen sind zu leben, halten wir es für absolut notwendig einen kreativen Gegenstandpunkt zu etablieren, der entgegen der Verwertungslogik versucht, Rücksicht auf die Bedürfnisse der Menschen zu nehmen. Kommando Rhino ist für uns ein solcher Gegenstandpunkt.

Ganz offensichtlich gibt es das Bedürfnis in Wägen zu leben. Ein Grund hierfür könnte die katastrophale Wohnraumpolitik der Stadt Freiburg sein, die auf Verdrängung und „Aufwertung“ setzt, statt auf bezahlbaren Wohnraum und gesellschaftliche Heterogenität. Ein anderer, der Wunsch nach einer solidarischen Lebensweise angesichts eines gesellschaftlichen Klimas der Kälte, der Ausgrenzung und der Diffamierung sozialer Gruppen. Die Motive sind vielfältig und wir möchten keinem die Berechtigung absprechen.

Es ist nicht das mangelnde Interesse an alternativen Lebensformen, das jene zu einer Randerscheinung der Gesellschaft werden lässt. Vielmehr sind es repressive Umgangsformen in einer Gesellschaft, die sich selbst nach den Bekenntnissen zu Freiheit und Demokratie noch immer als eine ausschließende und intervenierende, denn als eine um Integration und Unterstützung bemühte, konstituiert.

Die Stadt Freiburg ist nicht bereit, die Bedürfnisse ihrer BewohnerInnen anzuerkennen. Statt einen Lebensraum für über 30 Menschen zu erhalten bzw. die Rhinons bei der Suche nach anderen Stellplätzen zu unterstützen, will sie ein angeblich Stadtimage-förderndes Hotel auf das M1 Gelände bauen lassen. Die Bürger an der Gestaltung des Platzes zu beteiligen war offensichtlich geheuchelt. Wir kritisieren dieses Verhalten und fordern ein rasches Überdenken der bisherigen Politik.

Warum soll es in einer angeblich demokratischen Gesellschaft nicht möglich sein, zu wählen wie Mensch leben möchte? Warum setzt unsere angeblich so grüne Stadt Freiburg auf eine gewaltsame Verdrängung statt auf eine soziale Lösung des Konflikts?

Es gibt nicht nur ein Recht auf Leben – und damit war ursprünglich das Recht auf ein würdiges Leben gemeint – sondern auch ein Recht auf Stadt. Dieses Recht ist nicht abhängig von der Rechtslage (die je nach Bedarf ausgelegt wird und keineswegs so eindeutig ist, wie manche versuchen es darzustellen), sondern von dem Willen, es zu ermöglichen.

Wir wollen eine Stadt, in der die Möglichkeit sich zu entfalten nicht vom Geldbeutel abhängt. Die auf aktiver Mitgestaltung und nicht auf Ausgrenzung beruht. In der die Medien unsere Bedürfnisse nicht totschweigen oder sich darauf beschränken Polizeimeldungen paraphrasiert wiederzugeben. In der die „bürgerliche Mitte“ mal anfängt darüber nachzudenken, ob sie sich wirklich an demokratische Grundsätze hält oder sich nicht schon längst ins Fahrwasser pseudorationaler Argumentation begeben hat.

Rhino ist für uns ein Experimentierfeld gemeinschaftlichen Zusammenlebens, ein Treffpunkt für Erfahrungsaustausch und gemeinsame Erlebnisse, einer der schönsten Orte in Freiburg.

Wir kämpfen für Rhino, weil Rhino Hoffnung und Inspiration gibt. Weil wir Lebensraum brauchen. Weil wir diesen Ort, an dem einfach alles ein bisschen anders ist, erhalten wollen.

Kurzum: We love Rhino and we´ll fight for it!

autonome Sport-& Bastelgruppe