Archiv für Juli 2011

Zu den Vorfällen am Freitagvormittag den 29.07.2011

Statement von Kommando Rhino zum Vorfall des heutigen Vormittags.

Am Freitagvormittag, den 29.07.2011, sahen wir uns gezwungen, einen angeblichen Jounalisten des Platzes zu verweisen.
Der Grund dafür war folgender:
Die Person betrat den Platz und begann ohne vorherige Absprache das Gelände zu fotografieren, dabei wurden auch Fotos von Menschen gemacht. Darauf folgte die Aufforderung seitens der Bewohner_innen des Platzes dies zu unterlassen und seinen Presseausweis vorzuzeigen. Als er beiden Aufforderungen nicht nachkam und die Bewohner_innen anfing wüst zu beschimpfen wurde er des Platzes verwiesen.

Dies stellt keine Rechtfertigung dar, sondern dient einzig und allein zur Erklärung.

Kommando Rhino, 29.07.2011

Pressemitteilung vom 29.07.2011

Der Countdown läuft

Nächste Woche Montag, dem 1. August, steht dem Wagenkollektiv Kommando Rhino die polizeiliche Räumung bevor. Das Abschleppunternehmen Kurier wurde mit der Beschlagnahmung der Wagen beauftragt. Wie einer Äußerung eines Mitarbeiters des Abschleppunternehmens zu entnehmen war, war ursprünglich 0.01 Uhr, als Räumungstermin angedacht, der jedoch noch bis in die frühen Morgenstunden verschoben wurde.

Die Stadtverwaltung hält bis zum Ende an ihrer ignoranten Linie der Verdrängungspolitik fest und blockiert jegliche friedliche Lösung. Trotz aller Bemühungen um ebendiese stehen die Zeichen auf Räumung. Gerade in den letzten zwei Monaten wurde eine Vielzahl von Alternativvorschlägen, die von einem Kauf des M1-Geländes bis hin zur Pacht eines real existierenden Alternativgeländes reichen, ausgearbeitet. Die Stadtverwaltung blockiert jedoch all diese Bemühungen. Auch der Versuch ein Privatgelände zu pachten scheiterte an dem Flächennutzungsplan.

Das Kollektiv stellt sich daher auf eine gewaltsame polizeiliche Räumung und die Beschlagnahmung ihrer Wagen ein. Dies bedeutet zum einen den Verlust ihres Wohnraums, Obdachlosigkeit und Vereinsamung und stellt zum anderen einen gezielten Angriff auf das Kollektiv dar.
Aus Erfahrungen von der Räumung der Schattenparker und der Beschlagnahmung der Straßenpunks haben wir berechtigte Angst um unsere Wagen, da schon damals mutwillige Beschädigungen kein Einzelfall waren.
Doch die Repression endet nicht hier. Auch die Kosten für die Räumung und Beschlagnahmung werden auf das Kollektiv abgewälzt. Diese liegen erfahrungsgemäß im Zehntausender Bereich und sind für das Kollektiv nicht tragbar­.

Wir werten das Verhalten der Stadt als Teil ihrer der Verdrängungslogik folgenden Wohnraumpolitik und als politischen Angriff auf ein Kollektiv, das sich gegen Verwertungszwang und „Mainstream“ stellt. In dieser politischen Auseinandersetzung finden sich die Grüne Stadtverwaltung und Kommando Rhino in gegensätzlichen Positionen, die sich nicht vereinbaren lassen. Deutlich wird dies in dem Offenen Brief der Grünen, der als Reaktion auf eine Pressekonferenz der UL veröffentlicht wurde. Die Äußerung „Wer versucht Lebensverhältnisse gegen den Mainstream zu gestalten, muss immer damit rechnen vom Mainstream überrollt zu werden.“ ist eine direkte Drohung, die ab Montag in die Tat umgesetzt werden soll.

Wir fordern die Stadtverwaltung auf, sich auf eine friedliche Lösung des Konfliktes einzulassen und somit die polizeiliche Räumung zu verhindern.

Für die freie Wahl der Wohnform!
Für die Selbstbestimmung aller Lebensbereiche!
Kommando Rhino ist und bleibt in Freiburg

Pressemitteilung zur Gemeinderatssitzung vom 26.07.

Freiburger Gemeinderat stellt sich gegen eine konstruktive Lösung für Kommando Rhino

Nach der Gemeinderatssitzung vom 26. Juli scheint jedwede politische Lösung für die Wagenburg auf dem M1-Gelände perdu. Nach einer Allgemeinverfügung vom 25. Juli, die eine polizeiliche Räumung ab dem 31. Juli in Aussicht stellt, bestätigte der Freiburger Gemeinderat heute, dass ein veralteter Verwaltungsbeschluss aus dem Jahr 1996 und eine sture bürokratische Haltung das Wagenleben in Freiburg auch in Zukunft erschweren werden. So wurde ein potentielles Ersatzgelände für das Rhino Kollektiv, das von kooperativen Gemeinderatsmitgliedern vorgebracht wurde, vom Tisch gefegt.

Seit Wochen suchen die BesetzerInnen des M1-Geländes, ein Runder Tisch, der Stadtteilverein und solidarische AnwohnerInnen nach einer politischen Lösung. Angesichts der Arroganz der Macht der Verantwortlichen in der Stadtverwaltung wird die Räumung des Geländes nun immer greifbarer. Am Morgen des 1. August könnten nun hunderte hochgerüsteter PolizeibeamtInnen anrücken, um den besetzten Platz zu räumen und unsere Wohnungen zu beschlagnahmen.

Vor dem Rathaus demonstrierten Wagenburg-SympathisantInnen mit etwa zwölf LKW, um an der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause auf die Lage des Wagenkollektivs aufmerksam zu machen. Diskutiert werden sollte ein von Nikolaus von Gayling vorgeschlagenes mögliches privates Ersatzgelände, auf dem nach der Räumung eine Wagenburg Platz finden könnte.
Einen eigenen Tagesordnungspunkt für die Auseinandersetzung gab es nicht. Wie üblich wurde das Thema Rhino im letzten Tagesordnungspunkt unter „Sonstiges“ abgehandelt, und im gleichen Zuge der öffentliche Teil der Sitzung für beendet erklärt. Somit fand jegliche Diskussion bezüglich Rhino und des vorgeschlagenen Privatgeländes unter Ausschluss der Öffentlichkeit und der direkt Betroffenen statt.
Deutlich wurde, dass die Stadtverwaltung nicht an einer konstruktiven Lösung für Wagenleben interessiert ist und der politische Wille einen Wagenplatz zu ermöglichen fehlt: das Gelände wurde aufgrund bürokratischer Spitzfindigkeiten abgewiesen.

Ein mäßiges, aber für das Kollektiv annehmbares, Gelände im Freiburger Osten hätte den Konflikt deeskalieren können. Übergangsweise hätte das Wagenkollektiv auf den Kappeler Knoten in Littenweiler stehen können. Wie von sturen BürokratInnen nicht anders zu erwarten war jedoch der aktuelle rechtliche Status der von Nikolaus Von Gayling vorgeschlagenen Flächen ausschlaggebend für den Negativentscheid. Dies zeigt, dass nicht einmal die Umwidmung und Erschliessung möglicher Flächen seitens der Stadt in Erwägung gezogen wird.

Für den Gemeinderat soll sich ein alternatives Wohnprojekt in Luft auflösen und die Betonwüste weiter wachsen. Wir stellen uns weiterhin gegen die „öko“-kapitalistische Arroganz^und die Verdrängungspolitik in Freiburg und fordern eine sofortige politische Lösung.

Rhino bleibt in Freiburg!

Solidarität mit den Besetzter_innen der Moselstrasse in Köln!

Heute morgen wurde in Köln die Moselstrasse geräumt. Die Besetzung bestand drei Tage und wurde mit viel Farbe und Löschschaum beendet.

Räumung in Köln
wir wünschen viel Kraft und Ausdauer für viele weitere Aktionen.

ONE STRUGGLE – ONE FIGHT
Squatterszene Köln und Rhino BLEIBT!

Konzept der Anti-Räumungs-Demo

Strategien und Konzept der Anti-Räumungs-Demo

Wir haben uns dazu entschlossen am Wochenende „dunkelbunt“ auf die Straße zu gehen.

Dunkelbunt – was heißt das?
Der Demonstration soll ein bestimmter aber nicht einschüchternder Charakter verliehen werden, das heißt bunte Kleidung in einer organisierten und strukturierten Demonstration. Nur durch ein entschlossenes Auftreten gelangen wir in eine handlungsfähige Position, in der wir nicht nur reagieren sondern auch agieren können.
Um möglichst viele Menschen, die nicht an der Demonstration teilnehmen, zu erreichen werden wir am Rand der Demo Flyer verteilen. Wir haben uns dazu entschlossen uns in der Innenstadt zu treffen, um unsere Meinung dort hin zu tragen wo wir eine möglichst große Öffentlichkeit erzielen. Des weiteren haben wir Kundgebungsplätze ausgewählt, durch die wir die dafür zuständigen Institutionen mit der Thematik direkt konfrontieren.
Um diese Route realistisch durchsetzen zu können haben wir uns bewusst für eine menschenreiche Demonstration mit nur einem Lautsprecherwagen entschlossen.

Kommunikation mit der Polizei
Von Beginn der Demonstration an wird es Kommunikation mit der Polizei geben. Es werden zwei Ansprechpartner_innen für die Verhandlungen mit der Polizei vor Ort sein. Wir wollen an dieser Stelle klarstellen, dass diese Personen nicht als Verantwortliche zu werten sind sondern sie nur die Kommunikationsschnittstelle zwischen Polizei und Demonstration darstellen.

Unangemeldet
Entschieden stellen wir uns gegen die Anmeldung von Demos in Freiburg. Wir verstehen unter dem Recht auf freie Meinungsäußerung unseren Protest wo und wann wir wollen auf die Straße zu tragen und nicht die Behörden vorher zu informieren.
So wollen wir verhindern, dass eine Person, die die Demo anmeldet, als Verantwortliche für diese herangezogen werden kann. Dies entspräche nicht dem selbstgewählten selbstbestimmten Charakter der Demo. Jede_r Teilnehmer_in der Demonstration ist für sein / ihr Verhalten selbst verantwortlich.
Wir hoffen auf eine erfolgreiche Demonstration und aufe rege Beteiligung von euch.

Vorzeitige Auflösung
Wenn wir durch zu große Repression daran gehindert werden unser Anliegen in die Stadt zu tragen, wird die Demo vorzeitig aufgelöst. In diesem Falle gibt es einen Plan B, um unsere Thematik dennoch nicht untergehen zu lassen.

Aufruf zur Anti-Räumungs-Demo

nachttanzdemo

Kommando Rhino ist und bleibt in Freiburg!
Am Samstag, den 23.07.2011, um 14:00 Uhr am Bertoldsbrunnen in Freiburg

Es wird brenzlig

Seit zwei Jahren ist das M1-Gelände in der Vauban durch das Kunst-, Kultur- und Wagenkollektiv Kommando Rhino besetzt. Der Platz bietet Wohn- und Lebensraum für mindestens 35 Menschen, sowie einen Ort für politische und kulturelle Veranstaltungen.

Bis Ende Juli soll Kommando Rhino das M1-Gelände in der Vauban verlassen haben. Andernfalls drohen dem Kollektiv eine polizeiliche Räumung und eine Beschlagnahmung der Wagen, was für uns einen direkten Angriff auf unsere Existenz darstellt. Trotz zweijähriger Verhandlungen mit Vertreter_innen der Stadtverwaltung und unserer Bemühungen um die Pachtung eines Privatgeländes steht nach wie vor kein Alternativgelände in Aussicht. Stattdessen hält die Stadtverwaltung weiterhin an ihrer ignoranten Linie gegenüber in Wagen lebenden Menschen fest und sieht für diese Lebensform in der grünen Stadt Freiburg keinen Platz.

Das Übliche

Im Kapitalismus haben Räume, die nicht an die Verwertungslogik angepasst sind, keinen Platz. Dies betrifft nicht nur explizit linke Strukturen, sondern macht sich generell in der Wohnraumpolitik bemerkbar.Dabei steht nicht die Funktionalität von Räumen im Vordergrund, sondern die Bestrebung möglichst hohe Gewinne aus Objekten herauszuholen. Auch in Freiburg ist diese übergreifende Tendenz deutlich spürbar, u.a. in der kürzlich besetzen Johann-Sebastian-Bach-Straße (Stadtteil Herdern), die zu den letzten bezahlbaren Strassenzügen in Innenstadtnähe gehörte. Der Preis der sanierten Eigentums- und Mietwohnungen wird das Budget der bisherigen Mieter_innen übersteigen und diese dadurch an den Stadtrand drängen, wenn sie in Freiburg bleiben wollen. Statt auf soziale Vielfalt zu setzen treibt die Stadt bewusst einen Ghettoisierungsprozess voran.

Auch unser Wagenkollektiv ist von genau dieser Vertreibungspolitik betroffen – was keinen Profit bringt, wird platt gemacht! Wer sich das „schöne neue Leben“ nicht leisten kann, soll verschwinden.

Was bedeutet die Räumung des M1- Geländes?

35 Menschen verschwinden nicht einfach von heute auf morgen aus der Stadt. Wenn wir gezwungen werden mit unseren Wagen am Straßenrand zu stehen, wird uns das noch weiter in die Illegalität treiben. Der Vorschlag der Stadtverwaltung, die Stadt zu verlassen oder in Wohnungen zu ziehen, ist für uns nicht akzeptabel.

Wir fordern die Stadt auf, sich mit in Wagen lebenden Menschen auseinanderzusetzen und eine angemessene Ersatzfläche für alle Menschen des Kollektivs Kommando Rhino zu stellen. Unsere Forderungen sind bewusst an die Stadtverwalltung gerichtet, da die Freiburger Stadtbau eine 100 %ige Tochtergesellschaft der Stadt Freiburg ist.

Wir lassen uns unser Leben nicht verbieten und vertreiben schon gar nicht!
Kommt Alle, um mit uns gemeinsam für einen neuen Wagenplatz zu demonstrieren! Schluss mit der Verwertungslogik, für selbst-bestimmtes Leben!

Kommando Rhino ist und bleibt in Freiburg!

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23.07.2011 Anti-Räumungs-Demo
Bertoldsbrunnen, Freiburg i.B.