Solierklärung imBus

SOLIERKLÄRUNG VON „imBUS“

Unser geliebtes Kommando Rhino wurde in der Nacht auf Mittwoch (03.08.2011) mit einem martialischen Polizeiaufgebot von seinem angestammten Platz geräumt. Ein wichtiger und wunderbarer Teil der unkommerziellen Kultur und des solidarischen und emanzipatorischen Zusammenlebens Freiburgs wurde eingestampft.
Die Menschen des Rhino Kollektivs und ihre Wägen haben sich aber natürlich nicht in Luft aufgelöst. Für sie gibt es immer noch keine längerfristige Alternative.
Hauptverantwortlich für diese Misere ist unseres Erachtens die Stadtveraltung Freiburgs, die mit allen Mitteln versucht Wagenbewohnerinnen zu kriminalisieren, private Grundstücksbemühungen zu sabotieren und Wäglerinnen aus der Stadt zu vertreiben. Siehe die Affaire von Geyling, die Geschichte der Schattenparkerinnen, die Repression gegen am Straßenrand und auf öffentlichen Parkplätzen parkende Wagenbewohnerinnen. Das Leben im Wagen ist ein Politikum, dessen sich die Stadtveraltung Freiburgs endlich konstruktiv annehmen muss. Die Ausrede, es gibt bereits 3 ausgewiesene Flächen für Wagenburgen in Freiburg und basta! wird den Bedürfnissen der Wäglerinnen und einer offenen Umgangsweise mit experimentellen Wohnformen in keiner Weise gerecht. Zum einen liegen diese Flächen in absoluten Randbezirken der Stadt, was einem Bedürfnis nach Urbanität zuwiderläuft und zum anderen sollte eine relative Wahlfreiheit der Nachbarschaft und des Standortes auch für die Wohnform im Wagen ermöglicht werden. Es gibt genug städtische als auch private Gelände in Freiburg, die wunderbar für Zwischennutzungen geeignet sind. Siehe den Bebauungsplan der Stadtverwaltung. Auch das Kommando Rhino wäre, nach eigenen Aussagen, umstandslos auf ein neues Gelände, das vielleicht erst in 2-3 Jahren bebaut werden soll, umgezogen. Das ist ja auch gerade das schöne am Leben im Wagen, dass Mensch mit seinem Zuhause mobil und flexibel ist. Aber soweit scheint die ach so innovative und grüne Stadt Freiburg noch nicht zu sein.
Wir die Wagengruppe imBus verurteilen den Umgang von Stadt und Polizei mit dem Kommando Rhino und den anderen Freiburger Freiräumen und fordern sie dazu auf nicht weiter um sich zu schlagen, sondern ihren Bürgerinnen, zu denen wir auch gehören, zuzuhören und gemeinsam an kontruktiven Lösungen für ein respektvolles Zusammenleben zu arbeiten.
Wir solidarisieren uns mit dem Kommando Rhino und den anderen von Repression betroffenen Projekten Freiburgs und wünschen uns einen respektvolleren Umgang seitens der Stadt mit denen die sie vorgeben zu vertreten und zu verwalten.