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Solierklärung von antinationale.org

Solidaritätserklärung zur drohenden Räumung des Wagenplatzes „Kommando Rhino“ in Freiburg.

Was ist los?

 Seit nunmehr fast zwei Jahren hält das Wagenplatz-Kollektiv „Kommando Rhino“ in Freiburg das M1 Gelände am Eingang zum „Vorzeigestadtteil“ Vauban besetzt. Zum 31. Juli läuft nun die Frist der Stadt ab. Sofern die Wagenplätzler_innen das Gelände nicht freiwillig verlassen, droht die polizeiliche Räumung.

Die Besetzung erfolgte 2009 als konkreter Widerstand gegen die Bebauungspläne des Grundstücks einerseits und natürlich aus dem Bedürfnis nachnkollektivem, selbstbestimmtem Leben in dieser Form, andererseits.

 

Modellstadtteil Vauban

Ersteres ist recht einfach erklärt, denn es handelt sich um eine klassische Geschichte innerhalb der kapitalistischen Wohnungs- und Stadtteilplanung. Das ehemalige Kasernengelände der französischen Streitkräfte stand, nach deren Abzug 1992, leer und erzeugte somit große Flächen potenziell nutzbares Bauland und, eng damit verbunden, potenzielle Investmentmöglichkeiten. Diese wurden schnell genutzt, ein Stadtteilverein („Forum Vauban“) entstand, mehrere Bebauungspläne wurden erstellt und 1998 wurde schließlich mit dem Bau der ersten Häuser innerhalb des Stadtteils begonnen.

 

Hauptsächlich durch den „Forum Vauban“ Verein, erhielt der Stadtteil von Beginn an eine ökologisch-alternative Ausrichtung. Ein eigenes Verkehrskonzept, das größtmöglich auf Autos verzichtet, modernste Isolierungs- und Heizstandards und auch ‚alternative(re)‘ Wohnformen, wie bspw. die selbstverwaltete unabhängige Siedlungsinitiative (S.U.S.I), sowie vieles mehr, machten aus der Kasernenstadt einen „Öko-Stadtteil“, der heute weltweiten Modellcharakter besitzt.

 

Möglichst ökologisches und nachhaltiges Bauen, sowie alternatives Wohnen und Leben ist natürlich nicht per se schlecht oder gar zu verurteilen, im Gegenteil.

 

Gentrifidingsbums – Mietnomaden mal anders

Jedoch zieht ein Stadtteil, den ein alternativ-ökologisches Flair umgibt, oder der einen „weltweit beachteten Modellcharakter“ besitzt, früher oder später den Tross von Investoren, Immobilien- und Baugesellschaften an, der den Stadtteil früher oder später in den Umstrukturierungsprozess der sogenannten „Gentrifizierung“ stürzt.

 

Dieses, zugegeben etwas sperrige, Wort bezeichnet, laut Definition „soziokulturelle und immobilienwirtschaftliche Veränderungen in ursprünglich preisgünstigen Stadtvierteln, in denen Immobilien zunehmend von wohlhabenderen Eigentümern und Mietern belegt und baulich aufgewertet werden und in denen, in diesem Zuge, Gruppen mit einem niedrigeren Sozialstatus ersetzt oder verdrängt werden“ [1]

 

Vereinfacht gesagt bedeutet dies, das ein Viertel, das aus verschiedenen Gründen attraktiv für den Immobilienmarkt ist, nach und nach aufgekauft und modernisiert wird. Die damit verbundenen Miet- oder Kaufpreiserhöhungen können die vorherigen Bewohner_innen des Viertels meist nicht zahlen und sind daher gezwungen in billigere, immer weiter vom Stadtkern entfernten, Viertel zu ziehen. In denen, schlimmstenfalls, der selbe Prozess einige Jahre später wieder stattfindet.

Gründe für die „Attraktivität“ bestimmter Viertel gibt es viele. Beispielsweise ein allgemein sehr niedriges Level von Miet- und Grundstückspreisen, ein besonderes Flair von Künstler_innen- bzw. alternativen Vierteln (etwa Berlin-Friedrichshain) oder eben, wie in Freiburg, der „Modellcharakter“ einer bestimmten Stadtteilplanung.

Nun geht es innerhalb der Auseinandersetzungen um das Wagenkollektiv „Kommando Rhino“ natürlich auch um eine solche Stadtteilaufwertung. Das Gelände das die Wagenplätzler_innen momentan noch besetzt halten, soll später einmal das Fundament eines „Hotels mit Wohn- und Geschäftsflächen“ [2] werden. Hier ist eine Kosten-Nutzen Rechnung natürlich schnell erstellt und wenn eine Anwohnerin sagt es „wäre besser, wenn das Grundstück bebaut würde. Dazu gab es ja einen demokratischen Prozess. Dass jetzt nur 30 junge Leute eine Fläche dieser Größe am zentralen Platz im Quartier bewohnen, ist auch Verschwendung von
Wohnfläche.“ [3] trifft sie damit, bewusst oder unbewusst, einen Kern der Debatte.

 

Das demokratische (Bau-)Prozesse nett klingen, jedoch mit realer, ‚demokratischer‘ Partizipation recht wenig zu tun haben, zeigen genügend aktuelle Beispiele wie Stuttgart 21 oder die Auseinandersetzungen um die Hochgeschwindigkeitstrasse in Norditalien, aber auch Episoden aus der Vergangenheit, der Kürze halber mit den Stichwörtern AKW-Bau oder Startbahn West beschrieben. Alles Bauvorhaben, die offiziell demokratisch legitimiert wurden und trotzdem breiten Widerstand entfachten.

Die „Verschwendung von Wohnfläche“ mag auch in einer Gesellschaft durchaus zutreffen, in der Wohnraum sinnvoll (dh. nach den Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet) genutzt wird. Wenn aber in Freiburg 30 Menschen durch das Besetzen einer Fläche von einigen Quadratmetern angeblich „Wohnfläche verschwenden“, während gleichzeitig in der ganzen Stadt über 900 Wohnungen und Häuser leer stehen [4] und teilweise ungenutzt verfallen, drängt sich die Frage auf, ob mit Wohnfläche dann doch nicht ‚nur‘ Investitionsfläche gemeint ist.

 

Aber es darf nicht vergessen werden, das sich Gentrifizierung und die damit stattfindenden
Umstrukturierungen, nicht an einzelnen Bauprojekten festmachen lassen und somit auch nicht mit diesen stehen und fallen. Es ist ein, unbedingt als Ganzes, zu betrachtendes Konstrukt, dessen Einzelteile zwar durchaus aus solchen Bauprojekten bestehen (können), aber auch weit in andere Bereiche hineinführen. Gemeinsam ist allen Einzelteilen, und dem Prozess als Ganzes nur ihre Wurzel: Der Kapitalismus. Genauer gesagt, die Auswirkungen von kapitalistischen Prozessen auf ein bestimmtes Gebiet. Hier auf dem, des Wohnungs- und
Häusermarktes.

Das bedeutet das diese Prozesse ’systemimmanent‘, dh. „natürlich“ für unsere kapitalistische Gesellschaftsordnung sind und nicht das Produkt einiger Immobilienhaie, die aus bösem Willen aus der, ansonsten guten und funktionierenden, Ordnung ausbrechen.

Natürlich gibt es Faktoren die solche Prozesse mal mehr, mal weniger beeinflussen, vorantreiben oder in der Entwicklung verlangsamen.

 

Wer Autos anzündet, bringt auch irgendwann Menschen um“

 

Eine bedeutender Faktor ist die Politik. So reiht sich der Konflikt um „Kommando Rhino“ nahtlos in einen bundes- und weltweiten Trend des Kampfes gegen alternative Lebensformen bzw. die Denunzierung der dahinter stehenden Lebensvorstellungen ein.

 

Kommando Rhino bezeichnet sich selbst als „Politisches Kunst-, Kultur und Wagenkollektiv“ [5], dem es eben nicht nur um möglichst billiges Wohnen in einer „exotischen“ Lebensform geht, sondern um weit mehr. Es geht um die Schaffung eines Freiraums, in dem Menschen ihr persönliches Leben, sowie das Leben miteinander selbstbestimmt gestalten wollen und können. Dazu gehört natürlich auch das Wohnen bzw. Leben nach Wunsch, ohne finanzielle Möglichkeiten berücksichtigen zu müssen, aber auch die Ablehnung der kapitalistischen Ordnung im Ganzen und speziell dessen Auswirkungen in verschiedene Bereiche unseres Lebens, bspw. der Kommerzialisierung von Kunst und Kultur, die Ausgrenzung von Menschen aufgrund ‚äußerer‘ Merkmale wie Hautfarbe, Herkunft, Sexualität, Geschlecht, sozialer Stellung usw. usf., aber auch der wachsenden sozialen Kälte, durch Vereinzelung, Vereinsamung und umfassenden Konkurrenzdruck.

 

Das Gegenwehr seitens der herrschenden Ordnung nicht ausbleibt, sobald man den Pfeiler der Legitimation von politischer und wirtschaftlicher Macht, wiederum Kapitalismus, ablehnt und bekämpft ist nicht verwunderlich und fand in den verschiedensten Facetten schon unzählige Male statt.

 

Jedoch zeichnet sich in den letzten Jahren ein deutlicher Trend ab, link(sradikal)en Protest, Widerstand und Lebensformen explizit anzugreifen und zu denunzieren. Auf der einen Seite natürlich durch physische ‚Angriffe‘ auf Demos, Organisationen und einzelne Aktivist_innen und der Räumung von lange bestehenden oder neuen Freiräumen in verschiedenster Form. Zum anderen auf theoretischer Ebene, durch Konzepte wie der „Extremismustheorie“, die von einer „guten, politischen Mitte“ ausgeht, alles abseits davon, als gleichermaßen ‚extrem‘ ablehnt und somit linke Theorie und Praxis ohne differenzierte Betrachtung mitb menschenverachtender, rechter Theorie und Praxis zusammen wirft.

 

Wenn der deutsche Innenminister Hans-Peter Friedrich, bei der Vorstellung des aktuellen Verfassungsschutzberichtes davon spricht, dass „beide Gruppen (Linke und Rechte, d. Verf.) immer aggressiver auftreten und sich in ihrem menschenverachtenden Vorgehen in nichts nachstehen“[6] bestätigt er zwar die Auffassung des politischen Mainstreams, an der Realität zielen solche plumpen Gleichsetzungen jedoch meilenweit vorbei.

 

Denn linke Theorie geht nun mal von einer Gleichheit des Menschen, sowohl in wirtschaftlicher, als auch in politischer und sozialer Hinsicht, als Grundüberzeugung aus, während rechte Theorie von vorne herein Unterschiede anhand äußerer Faktoren wie Nationalität, Ethnie oder schlimmstenfalls der ‚Rasse‘ ausmacht und darauf ihre politische Umsetzung begründet. Jedoch würde eine ausführliche Analyse der sogenannten „Extremismustheorie“ und ihrer politischen Folgen hier zu weit führen.

 

Wir sind alle Kommando Rhino!

 

Festzuhalten bleibt, das Kommando Rhino für eine Vielzahl von Bewohner_innen, Sympathisant_innen und Nutzer_innen seit fast 2 Jahren den Widerstand gegen viele, der oben genannten Ungerechtigkeiten unserer Zeit, symbolisiert und fördert. Ein Wagenplatz allein schafft zwar noch keine Umwälzung der Verhältnisse und auch innerhalb eines Wagenplatzes, oder sonst eines Freiraumes, herrscht kein vollkommen perfektes Leben, in der angestrebten Idealform.

Dennoch erachten wir das Erkämpfen und Verteidigen von linken Freiräumen (egal welcher Art diese nun sind) als äußerst wichtig und nötig.

 

Denn das Erkämpfen von Freiräumen ist die revolutionäre Idee, dass niemand dein Leben besser bestimmen kann als du selbst. Freiräume bedeuten, gemeinsam unsere individuellen Bedürfnisse zu befriedigen. Freiraum bedeutet, miteinander zu arbeiten, nicht für oder gegen jemanden. Und wenn all dies unmöglich ist, dann bedeutet Freiraum, den Widerstand der Unterwerfung vorzuziehen.
Freiraum bedeutet, kein System und keine Ideologie über die Menschen zu stellen, keine Theorie über die Welt. Freiraum bedeutet, sich auf die Seite wirklicher Menschen, Tiere und Ökosysteme zu stellen und konkret für uns selbst und für andere zu kämpfen – nicht für eine »Sache« aufgrund einer abstrakten Verantwortung«. Freiraum bedeutet, die Ideen einer universalen Wahrheit, Ästhetik oder Moral zurückzuweisen und gegen die Doktrin eines eindimensionalen Lebens zu opponieren, wo auch immer sie auftauchen mag.
Freiraum bedeutet, dass du deine Begierden und Erfahrungen keiner hierarchischen Ordnung unterwirfst, sondern sie alle als wertvoll begreifst – dass du dich selber akzeptierst. Freiraum bedeutet, dein Selbst keinen äußeren Gesetzen zu unterwerfen, deine Gefühle nicht auf das »Vernünftige« oder das »Nützliche« oder das »Politische« zu reduzieren, deine Instinkte und Leidenschaften nicht in Kategorien zu zwingen. Es gibt keinen Käfig, der groß genug ist, um Platz für die menschliche Seele mit all ihren Höhen und Tiefen zu bieten. Freiraum bedeutet, eine Lebensform zu finden, die all deinen widersprüchlichen Neigungen freies Spiel lässt, während du sie ständig herausforderst und änderst. [7]

 

Das bedeuten für uns Freiräume, wie Kommando Rhino einer ist. Wir verurteilen die geplante Räumung des Wagenkollektivs vom bisherigen Gelände und den augenscheinlichen Unwillen der Stadt Freiburg, eine befriedigende Lösung für beide Seiten zu finden.

Wir solidarisieren uns mit dem Kampf aller Menschen von Kommando Rhino und aller anderen emanzipatorischen Freiräume und -bewegungen weltweit, die versuchen sich innerhalb des kapitalistischen Normalzustandes ein Stück „Freiheit“ zu erkämpfen und zu verteidigen.

 

Schafft eins, zwei, viele Kommando Rhinos.

Häuser, Straßen, Plätze denen, die Sie nutzen.

Für die soziale Revolution!

 

[1] – http://wwwcache1.kcl.ac.uk/content/1/c4/98/91/UrbanStudies2003compressed.pdf

[2] – http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/kommando-rhino-die-umzingelte-wagenburg--47192615.html

[3] – ebd.

[4] – http://www.leerstand-freiburg.info/cms/startseite

[5] – http://rhino.blogsport.de/

[6] – http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,771647,00.html

[7] – http://antinationale.org/?page_id=1688

und noch eine…

Die autonome Sport- & Bastelgruppe hat auch eine Solierklärung geschrieben, die wir euch nicht vorenthalten wollen:

We love Rhino and we´ll fight for it!We love Rhino and we´ll fight for it!

Solidarität mit dem räumungsbedrohten Kunst-, Kultur- und Wagenkollektiv Kommando Rhino
Angesichts der angedrohten Räumung (Ende Juli 2011) von Kommando Rhino im Freiburger Stadtteil Vauban möchte auch die ASB nicht schweigen. Wir werden für Rhino kämpfen, das ist sicher. An dieser Stelle möchten wir erklären, warum.

Innerhalb der durchkapitalisierten gesellschaftlichen Verhältnisse, in denen wir alle gezwungen sind zu leben, halten wir es für absolut notwendig einen kreativen Gegenstandpunkt zu etablieren, der entgegen der Verwertungslogik versucht, Rücksicht auf die Bedürfnisse der Menschen zu nehmen. Kommando Rhino ist für uns ein solcher Gegenstandpunkt.

Ganz offensichtlich gibt es das Bedürfnis in Wägen zu leben. Ein Grund hierfür könnte die katastrophale Wohnraumpolitik der Stadt Freiburg sein, die auf Verdrängung und „Aufwertung“ setzt, statt auf bezahlbaren Wohnraum und gesellschaftliche Heterogenität. Ein anderer, der Wunsch nach einer solidarischen Lebensweise angesichts eines gesellschaftlichen Klimas der Kälte, der Ausgrenzung und der Diffamierung sozialer Gruppen. Die Motive sind vielfältig und wir möchten keinem die Berechtigung absprechen.

Es ist nicht das mangelnde Interesse an alternativen Lebensformen, das jene zu einer Randerscheinung der Gesellschaft werden lässt. Vielmehr sind es repressive Umgangsformen in einer Gesellschaft, die sich selbst nach den Bekenntnissen zu Freiheit und Demokratie noch immer als eine ausschließende und intervenierende, denn als eine um Integration und Unterstützung bemühte, konstituiert.

Die Stadt Freiburg ist nicht bereit, die Bedürfnisse ihrer BewohnerInnen anzuerkennen. Statt einen Lebensraum für über 30 Menschen zu erhalten bzw. die Rhinons bei der Suche nach anderen Stellplätzen zu unterstützen, will sie ein angeblich Stadtimage-förderndes Hotel auf das M1 Gelände bauen lassen. Die Bürger an der Gestaltung des Platzes zu beteiligen war offensichtlich geheuchelt. Wir kritisieren dieses Verhalten und fordern ein rasches Überdenken der bisherigen Politik.

Warum soll es in einer angeblich demokratischen Gesellschaft nicht möglich sein, zu wählen wie Mensch leben möchte? Warum setzt unsere angeblich so grüne Stadt Freiburg auf eine gewaltsame Verdrängung statt auf eine soziale Lösung des Konflikts?

Es gibt nicht nur ein Recht auf Leben – und damit war ursprünglich das Recht auf ein würdiges Leben gemeint – sondern auch ein Recht auf Stadt. Dieses Recht ist nicht abhängig von der Rechtslage (die je nach Bedarf ausgelegt wird und keineswegs so eindeutig ist, wie manche versuchen es darzustellen), sondern von dem Willen, es zu ermöglichen.

Wir wollen eine Stadt, in der die Möglichkeit sich zu entfalten nicht vom Geldbeutel abhängt. Die auf aktiver Mitgestaltung und nicht auf Ausgrenzung beruht. In der die Medien unsere Bedürfnisse nicht totschweigen oder sich darauf beschränken Polizeimeldungen paraphrasiert wiederzugeben. In der die „bürgerliche Mitte“ mal anfängt darüber nachzudenken, ob sie sich wirklich an demokratische Grundsätze hält oder sich nicht schon längst ins Fahrwasser pseudorationaler Argumentation begeben hat.

Rhino ist für uns ein Experimentierfeld gemeinschaftlichen Zusammenlebens, ein Treffpunkt für Erfahrungsaustausch und gemeinsame Erlebnisse, einer der schönsten Orte in Freiburg.

Wir kämpfen für Rhino, weil Rhino Hoffnung und Inspiration gibt. Weil wir Lebensraum brauchen. Weil wir diesen Ort, an dem einfach alles ein bisschen anders ist, erhalten wollen.

Kurzum: We love Rhino and we´ll fight for it!

autonome Sport-& Bastelgruppe

Solibekundung der Reitschule Bern

Kommando Rhino bleibt – Solidaritätsbekundung der Reitschule Bern

Mit Freuden erfuhren einige von uns 2009 von der Besetzung des M1-Geländes in Freiburg. Einerseits weil Wagenplätze wichtig sind um bereits im Hier undJetzt ein Wohnen abseits von Mietdiktat und sozialer Vereinzelung zu ermöglichen, andererseits weil der Name und dessen Bezug zum 2007 geräumten Rhino in Genf ein schönes Zeichen antinationaler Solidarität ist.

Nun teilt ihr uns mit, dass ihr akut Räumungsbedroht seit; eine Nachricht, welche uns mit Wut und Trauer erfüllt, nicht jedoch mit Verwunderung. In Zeiten des weltumspannenden Kapitalismus versuchen sich Städte mit Stadtteilaufwertung im Standortwettbewerb zu behaupten und alternative Lebensformen sind nunmal weder besonders lukrativ noch passen sie ins Bild einer Postkartenvorzeigestadt. Somit müssen Wagenplätze und besetzte Häuser stetig befürchten irgendwelchen profitorientierten Überbauungen weichen zu müssen, genau wie sogenannt „Randständige“ dauernd Gefahr laufen aus den Innenstädten weggewiesen zu werden. Die wenigen Oasen im Meer kapitalistischer Städteaufwertung hingegen, denen es gelang sich zu etablieren, müssen befürchten, durch Institutionalisierung und von aussen aufgedrängte Probleme zugrunde zu gehen oder zu Zoos für alternative Gesellschaftsformen zu verkommen. Doch wenn wir eines nicht sind und niemals sein wollen, dann ist dies bequem. Nichts weniger streben wir an, als eine fundamentale Veränderung der Gesellschaft, weg von Konkurrenzdenken und Nationalismus, hin zu Freiheit, Solidarität und Selbstverwaltung.

Um für diese Ziele zu kämpfen und bereits im Hier und Jetzt Alternativen aufzubauen und zu leben, sind wir gerne und mit Überzeugung Dornen im Fleisch“unserer“ selbstgefälligen Städte und deren Regierungen. Denn Freiräume werden nicht erbettelt sondern erkämpft. In diesem Sinne:

Die herrschenden Verhältnisse auf die Hörner nehmen! Finger weg von
Wagenplätzen und besetzten Häusern, ob in Freiburg oder sonstwo!

Yuppiesierung einstampfen!

Solidarische Grüsse Reitschule Bern

Solierklärung der AAZA

Die Autonome Antifa Zürich Aberland hat für uns eine
Solierklärung geschrieben.

So­li­da­ri­tät mit dem Wa­gen­platz „Kom­man­do Rhino“ in Freiburg!​

Seit fast 2 Jah­ren wird das M1-​Ge­län­de im Frei­bur­ger(D) Stadt­vier­tel Vau­ban von den Be­woh­ner_in­nen und Un­ter­stüt­zer_in­nen des Wa­gen­platz „Kom­man­do Rhino“ be­setzt.
Es ist ein selbst­ver­wal­te­ter Raum mit ca. 30 Wägen und ihren Be­woh­ner_in­nen, ein Café und Räume für In­fo­ver­an­stal­tun­gen, Kon­zer­te und Aus­stel­lun­gen ent­stan­den.
Wäh­rend sich der Stadt­teil­ver­ein Va­baun mit dem Wa­gen­platz so­li­da­ri­siert und, wie das Wa­gen­kol­lek­tiv „Kom­man­do Rhino“, eine Be­tei­li­gung der (An)Woh­ner_in­nen an der Pla­nung der Ein­gangs­flä­che des Vier­tels for­dert, will die Stadt­ver­wal­tung das Ge­län­de an die Stadt­bau GmbH ver­kau­fen. Es soll als In­fo­park für die Expo in Shang­hai ge­nutzt und schließ­lich mit Ei­gen­tums­woh­nun­gen und Ho­tels be­baut wer­den.
Ge­ne­rell solle es auf städ­ti­schem Ge­län­de keine wei­te­ren Wa­gen­plät­ze mehr geben.
Dem Wa­gen­platz, als al­ter­na­ti­ve Wohn­form, selbst­ver­wal­te­ter Raum und Ver­net­zungs­punkt im Vier­tel, droht die po­li­zei­li­che Räu­mung und die Be­schlag­nah­mung der Wägen.

Wir so­li­da­ri­sie­ren uns mit dem räu­mungs­be­droh­ten Wa­gen­platz „Kom­man­do Rhino“ und un­ter­stüt­zen den „Kampf um ein Er­satz­ge­län­de, Frei­räu­me und die Le­ga­li­sie­rung un­se­rer Wohn­form“ (aus dem Auf­ruf der Rhi­nos).
Durch die Be­set­zung des Ge­län­des brin­gen die Be­woh­ner_in­nen und Un­ter­stüt­zer_in­nen das „Recht auf Stadt“, al­ter­na­ti­ve Wohn- und Le­bens­for­men und au­to­no­me Räume in die Aus­ein­an­der­set­zung um Stadt­ent­wick­lung ein.
Statt ka­pi­ta­lis­ti­scher Stadt­um­struk­tu­rie­rung und an­ony­mi­sier­tem Woh­nen wün­schen wir uns viele po­li­ti­sche Wohn-, Kunst-​, Kul­tur-​ und Wa­gen­kol­lek­ti­ve.

So­li­da­ri­tät mit dem Wa­gen­platz „Kom­man­do Rhino“ in Freiburg!

Intergalaktischer Solidaritäts-Aufruf der P.H.A *

Juggle and Struggle for Kommando Rhino!

Intergalaktischer Solidaritäts-Aufruf Für den Erhalt der Wagenburg Kommando Rhino
Nach zweijähriger Besetzung des M1-Geländes auf Freiburg-Vauban steht ab dem 31. Juli 2011 die polizeiliche Räumung der Wagenburg Kommando Rhino an. Wir rufen dazu auf sich an den vielfältigen Aktionen zum Erhalt des Kunst-, Kultur und Wagenkollektivs zu beteiligen. Kommt nach Freiburg, für die Verteidigung eines einmaligen selbstverwalteten Wohnprojektes!

Im Mai 2009 sollte unter Beteiligung des Genfer Investors Michael Schröder das Green-Business Center auf dem Eingangsgelände des Öko-Modellstadtteils Vauban enstehen. Umweltaktivist_innen, Anwohner_innen und Freiraumaktivist_innen besetzten das Gelände um ein Zeichen gegen das für Freiburg so typische „greenwashing“ zu setzten. Grüner Kapitalismus ist und bleibt ein Lüge, denn auch in der grünwählenden Schwarzwaldcity bleibt soziale Ausgrenzung die Handlungsmaxime der wirtschaftlichen und parlamentarischen Eliten.

In Anlehnung an das 2007 unter Schröders Beteiligung geräumte besetzte Haus Rhino in Genf gründete sich im Frühsommer das Wagenkollektiv Rhino, dass seit dem Scheitern der Bebauungspläne des Platzes auf dem M1 Gelände residiert. Rund 40 Menschen und Tiere leben dort in LKW und Bauwägen, die ehemalige Werbetafel des Bauprojektes wurde zu einer Kneipe umgebaut. Weitere Gebäude wie eine Volxküche, eine Sauna und ein Pavillon im so genannten Kieselgarten entstanden im Laufe der Zeit. Das Green Business-Projekt scheiterte aufgrund politischer und ökonomischer Schieflagen. Die Stadt verkaufte daraufhin das Gelände an die Gemeindeeigene Wohnbaugesellschaft Freiburger Stadtbau (FSB) um es anderweitig gewinnbringend zu vermarkten.

Zu keinem Zeitpunkt wurden die Bedürfnisse der Anwohner_innen berücksichtigt. Auch eine „grüne Gemeinde“ scheißt auf die reale Beteiligung der Betroffenen. Grundsätzlich wird den Bedürfnissen der Menschen nach günstigem oder unentgeltlichem Raum zum Leben und sich entfalten kein Platz gegeben, hier wie anderswo. In Freiburg zeigt sich dies an der Verhinderung eines selbstverwalteten Jugendzentrums, allseits steigenden Mieten, gezielter Verdrängung prekarisierter Teile der Bevölkerung und Streichungen in sozialen und kulturellen Bereichen. In den letzten Jahren intensivierte sich die Organisierung in vielen Stadtteilen, um der Verdrängungslogik entgegenzuwirken. Häuser wurden besetzt – und größtenteils geräumt – Mietstreiks (mit teilweise Erfolgen) und Demonstrationen zum Thema Gentrification häuften sich. Dem begegnet der Staat mit Repression.

Auf Kommando Rhino wird für uns zumindest in Teilen die Vision einer Alternative zur herrschaftsüberfrachteten und allgegenwärtigen Verwertungssystematik gelebt. Hier konnte günstiger Wohnraum geschaffen, kulturelles Potential gefördert und Selbstverwaltung gelebt werden. Seit Jahren verwehrt sich die Stadtverwaltung – wie könnte es im Kapitalismus anders sein – auf die Bedürfnisse aller Bewohner_innen auf der Vauban einzugehen. Vielmehr wird dem globalen Standard der Stadt als Unternehmen nachgeeifert, darin ist die Vauban ein ausreifendes Stück Betongold mit grünem Anstrich und eine anarchistische Wagenburg mehr als ein Dorn im Auge.

Wir appellieren nicht an ihr Drecksvertretungs- und Profitsystem, sondern glauben an Dezentralität, Autonomie und Solidarität. Wir werden der drohenden Räumung mit aller Entschlossenheit entgegentreten! Kommt nach Freiburg, unterstützt Kommando Rhino!

Merke: Am Tage schlafen Nashörner, aktiv sieht man sie in der Dämmerung und Nachts. Sie greifen in der Regel jeden an, der ihnen unwohlwollend zu nahe kommt…

Kommando Rhino bleibt!

Plätze. Häuser. Alles.* – Juni 2011

* Kampagne für die Verteidigung und den Aufbau autonomer Freiräume

Check:

rhino.blogsport.de

annefreiburg.blogsport.de

linksunten.indymedia.org

SOLIDARITÄTSERKLÄRUNG

Aus Tübingen gibt es einen Soli-Aufruf, der von unterstützenden Gruppen mit unterzeichnet werden kann.

Solidarität mit dem räumungsbedrohten Wagenplatz -Kommanda Rhino-

Seit fast 2 Jahren wird das M1-Gelände im Freiburger Stadtviertel Vauban von den Bewohner_innen und Unterstützer_innen des Wagenplatz „Kommando Rhino“ besetzt.
Es ist ein selbstverwalteter Raum mit ca. 30 Wägen und ihren Bewohner_innen, ein Café und Räume für Infoveranstaltungen, Konzerte und Ausstellungen entstanden.
Während sich der Stadtteilverein Vabaun mit dem Wagenplatz solidarisiert und, wie das Wagenkollektiv „Kommando Rhino“, eine Beteiligung der (An)Wohner_innen an der Planung der Eingangsfläche des Viertels fordert, will die Stadtverwaltung das Gelände an die Stadtbau GmbH verkaufen. Es soll als Infopark für die Expo in Shanghai genutzt und schließlich mit Eigentumswohnungen und Hotels bebaut werden.
Generell solle es auf städtischem Gelände keine weiteren Wagenplätze mehr geben.
Dem Wagenplatz, als alternative Wohnform, selbstverwalteter Raum und Vernetzungspunkt im Viertel, droht die polizeiliche Räumung und die Beschlagnahmung der Wägen.

Wir solidarisieren uns mit dem räumungsbedrohten Wagenplatz „Kommando Rhino“ und unterstützen den „Kampf um ein Ersatzgelände, Freiräume und die Legalisierung unserer Wohnform“ (aus dem Aufruf der Rhinos).
Durch die Besetzung des Geländes bringen die Bewohner_innen und Unterstützer_innen das „Recht auf Stadt“, alternative Wohn- und Lebensformen und autonome Räume in die Auseinandersetzung um Stadtentwicklung ein.
Statt kapitalistischer Stadtumstrukturierung und anonymisiertem Wohnen wünschen wir uns viele politische Wohn-, Kunst-, Kultur- und Wagenkollektive.

Solidarität mit dem Wagenplatz „Komando Rhino“!

Unterzeichner_innen:

Wohnprojekt Hegel 7
Wohnprojekt Lu15
Infoladen Tübingen
Wohnprojekt Schellingstraße (AK PuK)
Kulturschock Zelle

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SOLIDARITÄTSERKLÄRUNG

UL für ein Rhino-Wagenplatz–Gelände

Die Unabhängigen Listen unterstützen die Forderung der Rhinos nach
Bereitstellung eines städtischen Geländes bis Ende Juli. Dann will
nämlich die Stadtbau das bis heute im Stadtteil umstrittene
„Stadthaus Vauban“ auf dem Gelände M 1 im Vauban bauen.Die
Unabhängigen Listen kritisieren die blockierende Haltung der
Stadtverwaltung, die zur polizeilichen Räumung und Beschlagnahmung von
Wagen und damit absehbar zu Repression und Eskalation führen wird.

Es ist längst an der Zeit, dass Stadtverwaltung und
Gemeinderatsmehrheit dieser offenen und liberalen Stadt
selbstorganisierte Wohnformen auch in Wagen akzeptieren und
entsprechende Bedingungen für deren Siedlung schaffen. Dazu bedarf es
nicht mehr als städtische Grundstücke zur Pacht anzubieten, damit junge
Leute alternative Lebensformen entwickeln und mit gleichen Rechten und
Pflichten wie alle BürgerInnen in Freiburg leben können – Tübingen ist
beispielhaft dafür.

Kunstwerkstätten, Ausstellungen oder Konzerte nichtkommerzieller Art
des Wagenplatzes Rhino tragen nach Auffassung von Stadträtin Ulrike
Schubert zu einer Bereicherung des Stadtlebens bei.

Ulrike Schubert